Die zentrale Funktion des Massenmediums (Fernsehen/Print) besteht darin für seinen Rezipienten die Informationen zu selektieren. Im Internet hingegen ist so eine zentral geregelte Selektion nicht möglich. In der Unübersichtlichkeit der Datennetze ist jeder Rezipient selbst für seine Informationszufuhr verantwortlich. Alle Adressen sind gleichwertig; die Hypertextstruktur lässt keine Rangordnung von „wichtig/weniger wichtig“; „interessant/weniger interessant“ zu. Alles kann gelesen werden. Und vor allen Dingen: Alles kann geschrieben werden.

Der Kampf um Aufmerksamkeit bestimmt also das Internet. Zwei Strategien möchte ich hier vorstellen: die „Erlebnisorientierung“ (laut Barbara Becker) und die „Selbstmitteilung“ (laut Norbert Bolz). Barbara Becker schreibt, dass sich die Informationsdarstellung und die Kommunikationsvorgänge im Netz an Erlebniskultur, ästhetischen Attitüden, Effekten und Spannungsschemata orientieren. Information wird zu „Infortainment“ und Education zu „Edutainment“. „Spiel, Spaß, Erlebnis und Ereignis – Prozesse medialer Inszenierung zur Bindung von Aufmerksamkeit!“

Norbert Bolz sieht den Kampf um Aufmerksamkeit von der Straße ins Internet verlegt. „Durch Provokation kann man heute nicht mehr provozieren“. Was nun gilt ist die Selbstdarstellung. Und zwar so ehrlich und authentisch wie möglich. In MySpace und auf die diversen Webblogs fallen die Hüllen und Scharmgrenzen; die Inhalte des neuen Mediums sind: Ich, Ich und Ich! 

Die Idee des Corporate Blogs ist nun, dass Unternehmen genau diese Kampfmittel um Aufmerksamkeit aufgreifen und so den Kunden an sich binden:

1. Das Unternehmen präsentiert sich im Netz

2. Nicht nur mit informativen Ziel, sonder gespickt mit einem hohen Unterhaltungswert

3. Sie vertrauen ihrem Kunden Persönliches an – authentisch und ehrlich!

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Um die derzeitige Business Blogosphäre in Deutschland kümmert sich die Seite http://www.top100-business-blogs.de/top100/tops. Immer wieder aktualisiert werden hier die hundert meistgelesenen und somit wichtigsten deutschsprachigen Corporate Blogs aufgelistet. Die Unternehmen sind hier zum Mitmachen aufgefordert – der eigene Blog kann selbst in die Liste eingetragen werden. Selbstverständlich eine gute Werbung…

Corporate Blog

Juni 27, 2007

Glaubwürdigkeit als Ziel der Kommunikation 

Corporate Blogs werden die Blogs genannt, die von Unternehmen und Firmen für ihre Kunden geschrieben werden. Der Corporate Blog sollte sich optisch und inhaltlich vom eigentlichen Internetauftritt des Unternehmens unterscheiden. Eine deutliche Verlinkung ist auch von Vorteil.  Das Ziel des Corporate Blogs ist die direkte Kommunikation mit dem Kunden und somit eine festere Bindung mit ihm. Durch den Dialog entsteht die Möglichkeit zur Verbesserung der eigenen Produkte und Firmeninhalten.  Das Konzept des Corporate Blog ist die Transparenz. Die weitere Schlussfolgerung ist ganz logisch: Durch das Zugeständnis der Transparenz entsteht Glaubwürdigkeit bei den Kunden und daraus entwickelt sich wiederum Vertrauen in das Unternehmen. Der Corporate Blog setzt also nicht auf ein durchgestyltes Marketingkonzept, sondern die Mitarbeiter selbst – jeder für sich , alle zusammen – schreiben für den Kunden. Jedes Unternehmen muss sich überlegen wie und welche Einblicke es ermöglichen will. Je authentischer die Sprache, desto mehr Glaubwürdigkeit gewinnt man. „Glaubwürdigkeit – Schlüssel zum Vertrauen“ heißt eine 2006 durchgeführte Studie der Universität Hohenheim. Sie zeigt ganz deutlich, dass die Öffentlichkeit ein großes Interesse an Business -Transparenz hat. Dem sollte man sich als Unternehmen nicht verschließen; also die Chance via Corporate Blog zur direkten Kundenkommunikation nutzen.